English (tbf)

Manch ein Moment ist wie eine unerwartete Notiz von Herzen zwischen den Seiten eines Buches: Ein in unserer Geschichte platziertes Lesezeichen und als solches vielleicht eine Erinnerung an die Bedeutung von Lebendigkeit.


Davon, von der Unsicherheit, wie es weitergeht, vor allem aber auch von Offenheit und Zuversicht erzählt dieser Blog.


Hallo Schicksal, ich wäre jetzt soweit!


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02. Mai 2026, alte Seilbahn, Mont Veyrier

haloII

Eiskristalle in hohen Cirruswolken...

... Umschwung kündigt sich an. Wie war das? Ohne Wandel kein Universum?

Sich der eigenen Entscheidung so sicher wie seiner Selbst zu sein. Das bedeutet es, so Ein Kurs in Wundern, aufrichtig zu wählen. Kann man denn zu jeder Zeit vollkommen überzeugt sein? Ein leises Räuspern. "In Konklave sagte ich 'Gewissheit ist eine Sünde'", murmelt Kardinaldekan Lawrence.
(Unvermittelt wirkt Was will ich? tatsächlich wie ein Irrlicht des Egos.)

"Besser klingt Was fühlt sich richtig an?, ruft das wandelnde Blatt im Wind. Woraufhin Jean Cocteau schmunzelt: Ob es nicht eine Eigenart nur toter Blätter wäre, im Winde zu treiben?

Werter Herr Cocteau, im Kreislauf sind Anfang und Ende eins. Herr Kardinaldekan, je weniger sicher ist, umso mehr ist möglich.
Herzlich, Das Leben




01. Mai 2026, unterhalb des Gipfels von La Tournette

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annecy

In den Bergen um Talloires

Die Frage "was will ich wirklich?" zieht sich durch die vergangenen Monate, als wäre ein Privatsekretär dafür abbeordert worden. Mit wunderbarer Regelmäßigkeit münden zusammenhanglose Gespräche in der Suche nach einer Antwort und in Augenblicke, die sich nach einer Antwort anfühlen.

Es ist erfüllend, das Jetzt und Hier einmal mehr als ein Wunder - die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen - wahrzunehmen und deshalb in Frieden mit jedem Schritt des Weges dahin zu sein. Einmal mehr neben einem Menschen zu sitzen, der daran erinnert, wie weit jede einzelne kleine Entscheidung reichen kann.
Was ich wirklich will? Genau dieses tief empfundene Vertrauen.
Angst beginnt im Kopf. Mut auch!




30. April 2026, Endhaltestelle: Flughafen Genf

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geneva

Von Romont nach Annecy

Die Fahrt entlang des Genfer Sees - sie ist logistisch fast beliebig wiederholbar und in der Planung der letzten Wochen kaum unerwartet (richtig, mit der Bahn weiß man nie...). Metaphysisch betrachtet hingegen ist sie nahezu unglaublich.
Die Stimmung erinnert an einen Abend in Chiang Mai und ist mit Dankbarkeit für all die unwahrscheinlichen Wendungen verbunden, deren Summe die Gegenwart ist.

Denn Dein Wille ist frei: Du kannst jederzeit annehmen, was bereits geschehen ist — und erst dann wirst du erkennen, dass es immer da war. (Ein Kurs in Wundern)
Oder: Ex hoc momento pendet aeternitas, an diesem Augenblick hängt die Ewigkeit.
In der Tat: So manche erste Begegnung ist kein Kennenlernen. Sondern ein Wiedererkennen. In Zeit, frei nach Ein Kurs in Wundern, fand die Trennung vor langer Zeit statt. In Wahrheit kam es nie dazu.




26. April 2026, Mitsubishi Halle Düsseldorf

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halo

Von der Wirkung des Lichts

Man muss nicht unbedingt stark sein, aber man sollte sich so fühlen ist eine wesentliche Erkenntnis aus Into the Wild. Der Protagonist starb, Ironie des Schicksals, im Streben nach Lebendigkeit.

Vielleicht liegt es im Wesen der Suche nach Sinn und Richtung, dass in lichten Momenten relativ erscheint, was in dunkler Stimmung als irrelevant wahrgenommen wird. Dazu unverhofft wiederentdeckte Notizen von 2022:
Irgendwie unfertig: So die Grundstimmung der letzten Jahre. Sie schlich sich im Laufe des Studiums ein und besetzte hartnäckig den verbleibenden Freiraum zwischen Vorlesungsstoff und Lebensplanung. Einer fernen, in-sich-ruhenden Nachwelt werden wir vielleicht als paradoxes Beispiel für eine Generation dienen, die sich mehrheitlich von einer unfertigen Lebenssituation in die Nächste zu manövrieren wusste und dabei so richtig fertig fühlte.




19. April 2026, Postkarte aus Tiflis

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tbilisi

Wegweiser?

Ein wunderbarer Kommentar aus Dänemark: Vielleicht ist die Rückkehr nach Saarbrücken ein Startpunkt für weitere spannende Erfahrungen, die Du nicht missen möchtest.

Ja, der Gedanke eines Schritts zurück liegt näher als der an einen Fortschritt. Immerhin ist bis heute der Slogan "Saarland ist Sparland" sehr präsent im Gedächtnis.
Man war ja schonmal da.
Man ging nicht mit dem Bedürfnis, wiederzukommen.
Man ging aber auch ohne Zielvorstellung.

In diesem Augenblick wird auf bemerkenswerte Weise klar, dass der auf Saarbrücken folgende Meilenstein Kanada hätte sein können - und nie erreicht wurde. Auch daran erinnert die "Postkarte". Dank gilt Kanada.
Fast entbehrt es also nicht einer gewissen Logik, dass die vergangenen Jahre zum Rundweg wurden: Mit jeder Höhe mehr Weitblick. Zurück im Tal dann Richtungswechsel.




13. April 2026, Garten des Stadtmuseums Düsseldorf

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blossom

Hellrosa: Technisch gesehen gesättigter als Standard-Rosa

Den gegebenen Weg nicht zur Schiene verkommen lassen: Neurowissenschaftlich liegt es nahe, dass wir uns - den Verlauf unseres Lebens - bestimmen. Jeder Gedanke kann den Anstoß geben, ein Angebot anzunehmen, eine Reise anzutreten, einen Ort zu verlassen, einen Menschen anzusprechen... Jeder Gedanke kann Handlung werden.
Spannend sind Momente, in denen Freude physisch ist. Wenn die Antwort auf "warum?" im Lächeln liegt. Wenn Ursache und Wirkung eins sind.
Wo das eine fehlt, kann das andere nicht sein. (In eine ähnliche Richtung geht wohl auch die Frage nach dem fallenden Baum: Macht er ein Geräusch, wenn es niemand hört?)

Wann weiß ich, dass ich sie wirklich liebe? fragte der Junge und der alte Herr schmunzelte, Wenn es keine Frage mehr ist. (Atticus)
Per Erfahrung sind positive Gefühle, wirken sie auch banal und nebensächlich, verlässliche Wegweiser durch Unsicherheit. Es hilft die ehrliche Suche nach Antworten: Wie will ich mich fühlen? Wie denke ich über neue Dinge, die ich möchte? Ist da Angst, wenn der Wandel tatsächlich eintritt?




11. April 2026, Waldretter-Trail, Eifel

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blossom

Weiß - Farbe des ungebrochenen Lichtes

Zu Ostern zitierte ein Autor der FAZ Victor Hugo: Wenn ich Jesus Christus wäre, dann würde ich Judas retten.

Im Wesentlichen ging es um Verständnis seiner - unser aller - Verstrickung in die Komplexität des Lebens. Manche Seelen verlieren sich in einer für sie sinnfreien Existenz und lassen die ihnen gegebene Zeit zur tragischen Farce verkommen. Viele erkennen nicht, dass sie Hilfe brauchen. Einige entscheiden sich, die gebotene Unterstützung nicht anzunehmen. Oft ist Trotz ein erstaunlicher, manchmal destruktiver Motivator, dem sich die Selbstsicherheit in dem lähmenden Glauben andient, sie bedürfe der Isolation.

Kann Wandel nicht ausschließlich innerlich stattfinden, dann sollte ein aufmerksamer Blick den (scheinbar) äußeren Umständen gelten, heißt es in Ein Kurs in Wundern. Gibt es, im Erwachsenenleben, äußere Umstände, für die wir uns nicht innerlich entscheiden, beziehungsweise entschieden haben?




23. März 2026, Krompach, Tschechien

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spring

Ein neuer Zyklus

Zweifel ist das Ergebnis widersprüchlicher Wünsche. Sei sicher, was Du willst, und Zweifel wird unmöglich. (Ein Kurs in Wundern)

Die Argumentation ist schlüssig: Wer weiß, was das Problem ist, kann nicht zweifeln. Wer das Problem wirklich lösen will, kann auch nicht zweifeln.
Woraus folgt: Ich weiß nicht, was ich will.
Kann ein Problem klar sein, wenn es die Lösung nicht ist? (Hypothese: Ohne Lösung kein Problem?)

Herr apple crumble ist gnadenlos in seiner Art, Was willst Du wirklich?! nicht als Frage, sondern als Befehl zu vermitteln.
"Meine Ruhe!" ist der erste Reflex und ein klarer Widerspruch. Stichwort: Wir sind die Summe unserer Entscheidungen.
"Eine Arbeit!" - Ja, aber nicht egal welche.
"Eine inspirierende Beschäftigung!" - Woran scheitert es?
Hier schließt sich der Kreis.




09. März 2026, Parc d'Osseghem Laeken, Brüssel

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home

Größe liegt in Hoffnung

Alles ist es wert, wenn Deine Seele nicht klein ist.

Ein literarisches Mitbringsel aus Portugal: Das Wissen um Fernando Pessoa. Bekannt für die multiplen Persönlichkeiten, die seine sehr verschiedenen Werke verfassten. Vielleicht ist es, einmal mehr, der Aufruf, Wert nicht an äußeren Ergebnissen zu messen, sondern an inneren Dimensionen.

Was macht die Größe einer Seele aus? Weitblick? Offenheit? Geduld? So wie in Niebuhr's Bitte: Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.?
Vermutlich würde jede Seele bei dieser Frage eh nur schmunzeln: Warum mich auf Qualitäten begrenzen? Ich bin eins.




25. Februar 2026, Düsseldorf

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rainbows

Mehr Lichtblicke

Vor einigen Tagen bei strömendem Regen in Brüssel: Der Bus fuhr davon, Umkehr lag nahe, die Entscheidung fiel dennoch zugunsten der nächsten Verbindung aus. Die hatte Verspätung. Entgegen aller Erwartungen kam es also zu dem geplanten Vorstellungsgespräch in einer französischen Konditorei, dessen wesentliche Erkenntnis es war, dass der Lebenslauf sich wie eine wilde Weltumrundung liest und dem arglosen Arbeitgeber Angst macht. Dennoch wurde ein Probearbeiten vereinbart. So kam es zu einem Wiedersehen mit einem Menschen, mit dem sich die Wege auch am Abend zuvor und am folgenden Tag auf bemerkenswert unvorhergesehene Weise kreuzten.
Vage Erinnerung an eine Weisheit aus Asien: Beim dritten Mal ist es kein Zufall mehr.

Seine Lebensphilosophie: Nicht weniger als exzellent. Konsequent auch seine Einstellung zu apple crumble. Man könne es auf zwei Arten zubereiten. Seine sei die Dritte.




18. Februar 2026, Düsseldorf

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lights

Lichtblicke

Ohne Angst zu warten in der Lage ist, der keinen Zweifel am Ausgang hat.

Es bedeutet eine gewisse Meisterschaft, Ungewissheit mit der Klarheit zu akzeptieren, dass sie Teil des Weges ist. Und darüber zu der inneren Überzeugung - und Ruhe - zu gelangen, dass der zeitliche Horizont nicht eigens bestimmt werden kann. In anderen Worten: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Aber es hilft die Gewissheit, dass es stetig wächst, wenn der Boden stimmt.

Die Jobsuche im Winter und in Zeiten der Rezession ist eine gute Schule in Sachen Demut und Resilienz. Mit jeder Absage drängt sich die Frage auf: Woran scheitert es? Aus ihr entspringen nagender Selbstzweifel und Zukunftsängste. Eine infernale Mischung, wenn man auf positives Auftreten angewiesen ist.




14. Februar 2026, Nelly Coffee, Antwerpen

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coffee

Guter Kaffee ist eine Kunst, das Genießen auch

Das wahre Wunder ist die Liebe, die es inspiriert.

Es ist nicht (nur) der Kaffee, der diesen Augenblick zu etwas Besonderem macht. Es sind das Lächeln, mit dem die Bestellung aufgenommen wird, der selbstverständliche extra-Keks (auch mit Lächeln) und der Sonnenschein im Gesicht.
Dass kurz vor Beginn der anschließenden Stadtführung durch Antwerpen - laut Legende abgeleitet von Hand-werfen - eine Dame mit ihrem Rad gegen eine Laterne fährt und ausgerechnet der wortkarge, scheinbar wenig empathische Amerikaner sofort zur Apotheke läuft... bestätigt eine weitere Lektion aus Ein Kurs in Wundern: Urteil bedeutet fehlendes Vertrauen.

... Das englische conviction: Es bedeutet wohl nicht grundlos sowohl Überzeugung, als auch Schuldigsprechung.




10. Januar 2026, Lissabon

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amarghuina

Glück ist: Amarghuina in Zweiheit

Licht geht nicht nur von der Kerze aus - es reflektiert sich auch im Spiegel. (frei nach Edith Wharton)

Das Zitat lässt an eine Paradezeile aus Alphaville's Forever young denken: Manche sind die Melodie, andere der Rhythmus. Oder, in antiker Analogie, Platon's Kugelmenschen: Hat man die Erfahrung einmal gemacht - einen anderen Menschen nicht kennenzulernen, sondern wiederzuerkennen -, erscheint das der Legende nach veranlagte Streben nach Wiedervereinigung einer ursprünglichen Ganzheit nicht mehr vollkommen abwegig. Selbst die Götter sollen Angst vor diesen dualen, in sich geschlossenen Wesen und deren überlegenen Kraft gehabt haben. Daher die Trennung.

Die moderne Fassung von Rupi Kaur: Ich möchte selbst ganz sein, sodass ich eine ganze Stadt erhellen kann und dann Dich haben. Denn wir Zwei zusammen können sie in Flammen setzen.

Vier Philosophien der Zweiheit, die im Wesen eine sind.




08. Januar 2026, Lissabon

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lisbon

Zusammen ist man weniger allein?

Es lohnt sich das Nachdenken über den Zusammenhang zwischen: Aufgabe des Ungewollten, Erhalt des Gewollten und die Sicherheit, von da an nicht allein voranzuschreiten.
Die erst im zweiten oder dritten Atemzug bemerkenswerte Konsequenz: Wahre Gemeinschaft empfindet, wer allein sein kann. Oder anders: Ein gefestigtes Selbstverständnis bedeutet die freie Wahl, Menschen an die eigene Seite einzuladen, oder diese Einladung von anderen anzunehmen. Es schließt jenes absichts- und alternativlose Beisammensein aus, dem das Gefühl von Ohnmacht, Einsamkeit und Teilnahmslosigkeit entspringt.

Klarheit über das Erhaltenswerte folgt dem Verlangen nach Stimmigkeit. Oft zeigt sich die Bereitschaft für die notwendigen Entscheidungen in unvergleichlichen Momenten innerer Stille. Die Crux: Bewusstes Warten aushalten und darüber weder die Offenheit für diese Augenblicke, noch die gebotene Resilienz verlieren.
Je näher ich komme, desto deutlicher wird, wie fern ich bin, soll Rumi gesagt haben.




30. Dezember 2025, Algarve, Portugal

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newyears

Bei den sieben hängenden Tälern

Durch schnelle, vertikale Abtragung der unteren Küstenbereiche enden alte Flusstäler heute abrupt an hohen Klippen und hängen, so sagt man, über dem Meer. Erosion war es auch, die aus sieben Tälern fünf werden ließ.

Hängen bleibt vor allem der Blick. Vielleicht ist es das Farbspiel in den Augen des Touristen, der, so nah und doch so fern von einheimischen Sorgen, das helle Blau des Taghimmels in sich aufzunehmen sucht. Man fragt sich, ob dieses Gefühl, des Strahlens, beispielsweise, das Sehen verändert. Den Blick weitet. Und ob das im Hier und Jetzt, von Mensch zu Mensch, von Bedeutung ist.

In Ein Kurs in Wundern heißt es, Relität sei relativ, wenn sie als abhängig von Zeit wahrgenommen wird. Vielleicht ist es also eben jenes Gefühl eines Momentes, das wir teilen können oder wollen, das ihn zeitlos und somit realer als jede Sinneswahrnehmung sein lässt.




24. Dezember 2025, Oberlausitz

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christmas

Lebensbejahendes Hellgrau-rosa

Du hast die Größe dessen, das Du siehst.
Wie man zur Bibel steht ist nahezu unerheblich mit Blick auf die ihr eigene Definition von Vertrauen: Der Wille, zuversichtlich zu sein und auch das Ungesehene als existent anzunehmen. ... im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen.

Worauf genau es sich zu hoffen lohnt, ohne der Zeit vorauszugreifen und bestimmte Entwicklungen zu forcieren, ist eine kritische Frage. Sie geht mit der fundamentalen Überlegung einher, was man, versus das eigene Ego, wirklich möchte und wie sich diese Willensbekundungen erkennen und unterscheiden lassen.
Allein auf Geduld zu hoffen erscheint schlicht.
Alles Weitere vermessen.




01. November 2025, Paris

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paris

Spiegelbild: Wahrheit oder Reflexion?

Inspiriert vom Anblick der sich reflektierenden Teile unserer Selbst kam die Frage auf, in wie vielen Dimensionen wir existieren, und wie viele von uns. Wenn nicht einmal Spiegel- und Selbstbild generell eine stimmige Version unserer Selbst sind - nehmen Mitmenschen, oder wir uns selbst, dann als eine Vielzahl wahr?
Und, wenn wir keine unumstößliche Wahrheit sind, was sonst ist in uns allen, gleichermaßen, verankert?
Ein gemeinsamer Ursprung?
Eine kollektive Suche?
Nach? Zusammengehörigkeit?
Wiedererkennen?

Die Erfahrung zumindest zeigt, dass eine physische Präsenz sich immer wieder neu definieren kann. Unsere Wahrheit, vielleicht ist sie nicht gleichbedeutend mit einem Lebensentwurf, sondern mit dessen Gestaltung. Frei nach Ein Kurs in Wundern: Wir wären nicht hier, wären wir perfekt.




26. Oktober 2025, De Haan

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dehaan

Silberblau

Ich weiß nicht, wohin wir gehen
(...) bevor ich silberblau verblasse.

Zuletzt inspirierte der erste Besuch in Porto den Gedanken an Roxette. Die Fragen, wohin es damals ging (zurück nach Sài Gòn) und heute geht (zurück nach Brüssel) haben den Charme eines Weges, der, einmal mehr, binnen weniger Meter hinter der nächsten Hügelkuppe verschwindet. Sinuskurven. Versus Wüstendurchquerung.

Wenn man immer auf dem rechten Weg war - blieb man dann auf der Strecke?

Manchmal bedeuten wenige Worte Sicherheit und Trost: Es ist gut, dass wir hier sind. (Matthäus 17,4) oder, in weniger biblisch, Alles wird ok sein, sobald Du mit allem ok bist. In dieser Zeit allein wird alles ok sein. (Michael Singer)




02. Oktober 2025, Rheinufer Düsseldorf

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rhine

Aller guten Dinge sind Drei?

April 2015, Oktober 2021, Oktober 2025: Mal wieder Düsseldorf, plötzlich mit einem Wohnungsschlüssel mehr in der Hand und Zugang zu dem Bücherregal, in dem eine aus Brail bekannte Ausgabe von Das Paradies ist anderswo liegt. "Was wären demnach wir ohne den Beistand dessen, was nicht ist?" zitierte Vargas Llosa darin Paul Valéry.
"Was"? Keine Ahnung. "Wo"? Definitiv nicht in Düsseldorf.

Vielleicht ist es das erste und letzte Mal, dass der Name der Stadt im gleichen Atemzug wie das Paradies fällt. Sie gibt sich große Mühe, unnötig weit davon entfernt zu sein. Zwischen Porsches, Bentleys und ihren verwechselbaren Besitzern in Markenanzügen dreht sich, aus kanadischer Sicht gnadenlos, das Rad der Fortuna.




10. September 2025, Hochebene Murter

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murter

Wie im Himmel, so auf Erden

Wir sind Menschen und reden über das Wetter (...) als wäre der Himmel keine Vision. Verheißungsvoll kann Rupi Kaur gut. In einem anderen Gedicht spricht sie über das Aufeinandertreffen mit einem besonderen Menschen: schnelles, ungebremstes Fallen und die Welt steht in Staunen.
Die Freude auf das nahende Vertragsende, immerhin fast ungebremst. Der andauernde Druck auf Arbeit einerseits und das lauernde Fragezeichen nach der Rückkehr andererseits lassen selbst diesen Anblick, dieses Staunen, etwas blass erscheinen.

Ob man erst dann ankommt, wenn der Grund über jeden Zweifel erhaben ist? Inneres Seufzen. Fragen für einen Moment nach der Abendschicht.




08. September 2025, Val Trupchun

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trupchun

Sonnenhalo über dem Oberengadin

Das Sonnenlicht spiegelt sich-, oder bricht an feinen Eiskristallen in hohen Cirruswolken: Umschwung kündigt sich an. Die zu erwartende Wetterverschlechterung tut dem Moment keinen Abbruch. Es herrscht innere Sicherheit, dass Brail "sein sollte". Aber nicht jede Sackgasse muss bis zum Ende abgelaufen werden.

Bedauern sei die Sackgasse der Verzweiflung, sagte ein gewisser Herr Allender. Wenn (zu) viele vergangene Entscheidungen voll Reue betrachtet werden, hat man immerhin sehr lange fraglos und bequem gelebt. Ein Leben ganz ohne Fragen hingegen... ist vermutlich wie eine lange, schnurgerade Fahrt durch eine karge Wüstenlandschaft.




06. August 2025, Lej da Staz

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staz

Neun Jahre später

Hauptsaison, Nationalfeiertag, wenig Übung und genauso wenig überraschend der schonungslose Einstieg in die neue Arbeit. Auch war die Bewerbung als chef de rang wohl nicht weniger vermessen als es die Vision ist, die die Hotelinhaber, fernab vom Schuss, gedenken umzusetzen.

Nach neun Jahren und einigen Lebenszeiten ist der Anblick des Lej da Staz noch immer wunderschön und erstaunlich unemotional. Präsenter als die jüngere Version des Selbst ist das warum?. Selten war ein Wegweiser so deutlich wie jener in die Schweiz und der Grund scheint nicht das Wiedersehen mit einem Lieblingsort zu sein.
Fünf Tage später würde ein Gespräch mit einem Gast eskalieren, Gleichgültigkeit die Arbeitsethik untergraben und ein anderer Gast einer gemeinsamen Wanderung zustimmen. Zwei Mal würden wir vor dem Ende seines Urlaubs am Ufer dieses Sees stehen. Unbemerkt ging der Trumpf auf.




07. Juli 2025, Mühlsteinbrüche

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rainbow

Der Kreis schließt sich (fast)

Dass es hier nicht weitergeht ist klar. Immerhin eine Gewissheit.

Nicht nur wegen des Naturschauspiels ist der Moment besonders. Unbemerkt spielt das Leben im Hintergrund die Trumpfkarte: Wenige Tage darauf würde eine Bewerbung in der Schweiz zu einem kurzfristigen Jobangebot führen. Zur gleichen Zeit würde ich kurz vor dem Probearbeiten in der Heimat um ein Zeichen bitten: Bleiben oder erneut das Land verlassen? Eine Bekannte würde an diesem Tag früher als erwartet in der Tür stehen. In einem roten Shirt mit weißem Kreuz. Ganz offensichtlich wollte das Leben hier auf Nummer sicher gehen.




29. Juni 2025, Cafe Oshimas, D3 (Việt Nam)

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lostintranslation

Auf Wiedersehen?

Wenige Stunden vor dem Heimflug inspirieren Bob und Charlotte - "Ich weiß einfach nicht, was ich sein soll" - und dieses zweifellos charmante Café.

Den inneren Zwiespalt zwischen Reisefieber und Wunsch nach Zugehörigkeit hätte Goethe sicherlich souverän mit einem zwei Seelen leben, ach, in dieser Brust kommentiert. Es ist ein etwas befremdliches Bewusstsein der Lebenssituation, die andauernde Aneinanderreihung endlicher Zustände. Fast schon so befremdlich, dass keine Beunruhigung, da keine Betroffenheit, herrscht. Es ist ein Dasein in Zwischenräumen: Die Tür zur Vergangenheit im Rücken, fällt der Blick auf einen weiteren Korridor.




14. Juni 2025, Da Nang (Việt Nam)

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Internationales Feuerwerk Festival

The path of Unity, Pyro-Teams aus Québec und China fordern sich an diesem Abend heraus.

(...) Was bleibt sind die Momente, die wir fast verpasst hätten - Lachen auf unseren Sachen, das Prickeln des Feuerwerks in unseren Ohren (...), frei nach Atticus. Ironie des Lebens, die vorauseilende Nostalgie, die unbewusste Vorbereitung darauf, die Erinnerung eher als den Augenblick schätzend wahrzunehmen.

Nach fast anderthalb Jahren wieder, quasi spontan, auf der Terrasse des Me Hội An Rooftop Coffee & Kitchen zu sitzen stimmt auch nachdenklich: Das eigene Leben ist richtungslos.




08. Juni 2025, Phu Quoc (Việt Nam)

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islandvibes

Rückkehr zum Ocean Bay Resort

Erinnerung an einen vergangenen Gedanken und "...daran, den Händen, die einem gereicht werden, vertrauen zu dürfen." Nicht zuletzt eine von Dankbarkeit - in Unsicherheit - inspirierte Überlegung.

Vielleicht navigiert das menschliche Bewusstsein wie ein Schiffchen durch die klaren Wasser der Vernunft und den raueren Wellengang eines freien Geistes. Erfahrungsschatz und Möglichkeitenraum: Alles eine Frage der Reichweite und der Risikofreude.




25. Mai 2025, Bangkok (Thailand)

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30 in Thailand

Zum Geburtstag wieder in Thailand zu sein hinterlässt erstaunlicherweise kein Gefühl von Neubeginn. Fast erscheint es zusammenhanglos, heute vor elf Jahren und mehreren Lebenszeiten am Strand von Koh Samet gestanden zu haben. Oder am Strand von Phu Quoc vor genau zwölf Monaten.
Noch spontaner als ich buchte der dänische Mitreisende seinen Flug. Kaum zwei Wochen nach unserem Gespräch landete er in Bangkok. Der brennende Kuchen ist ihm zu verdanken.

How am I thinking about new things that I want?
Zunehmend diffus ist der Wunsch, anzukommen. Weder war es die Promotion, noch Sachsen, es soll nicht Kanada- und es wird nicht hier sein. Ratlosigkeit, verborgen hinter Ablenkung.




26. März 2025, Porto (Portugal)

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porto

Sonnenuntergang nahe Senhor da Pedra

In Porto ist der Zweifel am eigenen Tun so gering wie die Reue, Marburg den Rücken gekehrt zu haben.

Die Unsicherheit folgt der Freiheit später, nach Sài Gòn, nach Brail, nach Düsseldorf. Unaufhaltsam, mit gebührendem Abstand, entfaltet sie ihr volles Paradox und wiegt in Sicherheit, bis ein Ankommen absehbar ist. Dann erst setzt sie zum Überholmanöver an.

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Über Umwege nach Düsseldorf und Brüssel

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28. Februar 2025, Uni-Bibliothek (Marburg)

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Abgebrochene Promotionen und Haareis im Totholz

Es ist eine Trennung im Guten. "Ein Pflänzchen" könne daraus entspringen, sagte mein Vorgesetzter und meinte damit die Promotion. Der Dramatiker in mir denkt an das Haareis, das ein Pilz aus dem Totholz treibt. Leben gedeiht im leblosen Rest, alles geht weiter. Auch ohne Plan. Pädagogisch wertvoller formulierte es Jacques Derrida: Verantwortung beginnt, wenn man keine Sicherheit mehr hat.

Inspiration zum Tag: Ist, wo du bist, wo du in fünf Jahren sein möchtest?




03. Januar 2025, Los Alcornocales (Spanien)

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losalcornocales

Nationalpark Los-Alcornocales

Über Neujahr in Sevilla die Erkenntnis, die Stelle in Marburg aufgeben zu wollen. Gespräch mit dem Vorgesetzten unmittelbar Anfang Januar und - Ironie des Schicksals - einen Tag vor einer Nachricht, die Präsenz in der Heimat erforderte. In das Chaos hinein hallte das Echo des Arbeitsrausches im November: Einladung zu einer Konferenz in Brasilien. Die Bewerbung war in Vergessenheit geraten.

In Konklave bezeichnete man Gewissheit als Sünde. Dass ihr Gegenteil fast erregend erhebend ist, gibt zu denken.




10. Dezember 2024, Creutzwald (Frankreich)

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creutzwald

Valide, diese Fragen stelle ich mir auch.

Dienstreise. Am Vorabend rief die Dienstreisestelle an, die Genehmigung gelte erst einen Tag später. Dunkelheit, Regen, depressive Angstzustände. Unnötig:
Ein Schaffner hielt meinetwegen zwei Folgezüge auf, ein Busfahrer raste erfolglos dem letzten Anschluss entgegen, woraufhin eine Passantin anbot, mich über die Grenze zu fahren. Ernüchternde Erkenntnis bei der Zielveranstaltung: Frust, weil die Deutschen für ihre Klimawende auf Andere bauen.

Noch hat sich der Staub des Umzugs nach Marburg nicht gelegt, das Gefühl von Abwarten bleibt. Es ergab sich Kontakt mit einem Geografen der Uni Köln. Er forscht zu Wasserstoff, unter anderem in Việt Nam. Vor wenigen Monaten war er an der USSH, wir hätten uns dort über den Weg laufen können!




30. Oktober - 03. November 2024, Passau

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Abendstimmung über Passau

Passau hat sich kaum verändert. Viele der damals bekannten Adressen gibt es noch, auch zwei bekannte Gesichter sind der Stadt seit 2015 treu geblieben. "Das Leben läuft, aber es ist kein Selbstläufer", meinte einer. Bei der Bahn läuft's leider nicht. Der Zug stand, die Menschen auch. Zuerst im Zug, dann in der Kälte. Der Zug fiel schließlich ganz aus. Mit der einzigen Alternative zwei Stunden später war der Anschluss nicht erreichbar. Mitternacht am Frankfurter Hauptbahnhof, zwei Bundeswehrsoldaten mussten ebenfalls Richtung Marburg. Aus dem Taxi wurde nichts, sie nahmen ihre Hotelgutscheine entgegen und gingen ohne Hilfe anzubieten.




18. Oktober 2024, Uferstraße 7 (Marburg)

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Ortenberg

Eine Promotionsstelle in Marburg also. Es geht um Kommunale Wärmeplanung, KWP. Dass beim Auswahlgespräch nicht allen (ups) klar war, was diese Abkürzung überhaupt bedeutet, hätte sämtlichen Beteiligten von Vornherein zu denken geben sollen. Dazu im Dezember mehr.

Im Gutenburger saßen wir neben einer jungen Frau und einem jungen Mann. Beeindruckend lahm brachte sie ihre Begeisterung für die Bibel und das Hohelied der Liebe zum Ausdruck. Als Date eine illusionsfreie Einladung ins Bordell. Um nicht vom Glauben an echte Gefühle abzufallen.





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Elf Monate und eine Lebenszeit in Südostasien

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giliair

Nord-Weststrand auf Gili Air

13. Juli 2024, Gili Air

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Gili Air, von klarem Wasser umgeben, war die ungeplante vorletzte Station unserer Reise. Europäer joggen dort den Strand entlang, betreiben Surfschulen und vegane Restaurants während in den Kreiselströmungen um die Insel Schildkröten unterwegs sind. Fünf Tage noch bis Deutschland.





rinjani

Sonnenaufgang auf knapp 4000m - Wir waren da!

10. Juli 2024, Rinjani, Lombok

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Übermut. Wortwörtlich. Vom Zeltcamp auf 2500m 'gen Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Fordernd (-er als Mount Batur, auf dessen Gipfel der Rinjani noch eine wilde Idee war), teils gefährlich, aber alles nichts gegen die Leistungen unserer kettenrauchenden Träger in Flipflops. Stolz und mit Beinen wie aus Beton setzen wir, Flachland-Däne und deutsches Stadtkind, nach Gili Air und Bali über. Rückflug nach Sài Gòn in sechs, nach Europa in neun Tagen.




lombok

Chandi Resort, Lombok, Indonesien

08. Juli 2024, Chandi Resort

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Schwarzer Sand und Dämmerung verbergen den Müll am Strand. Lombok ist muslimisch geprägt, Moscheen gibt es vor allem in den städtischen Zentren. Im Resort wurden wir also nicht wie auf Gili Air kurz nach vier Uhr von den Gebeten des Imam geweckt.







nusapenida

Kelingking Beach

03. Juli 2024, Sebuluh Sunset Hill, Nusa Penida

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"Bester" Strand in Asien. Bonus für mühevolles Klettern und die wilden Hunde auf dem Heimweg.

Nächster Morgen im Hotel: Der Blick schweift über die Westseite der Insel, über Landschaften, wie sie im Dronen-gefilmten Chillout-Mix zu sehen sind, der im Hintergrund spielt.
Elf Monate in Südostasien! Erkenntnis, frei nach Rumi: Je weiter man geht, desto relativer wird Nähe.




bali

Geist oder Beschützer?

30. Juni 2024, Ubud, Bali

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Insel der Götter: Sie weilen zwischen Räucherwerk, Touristen (auch Gesichter aus der Heimat) und Affen. Schicksal kann man im Merlin spielen: Tarotkarte(n) dienen als Menu.

Riten sind tief verwurzelt. Vor vielen (allen) Häusern stehen kleine Gaben für die Geister: Kekse, Blumen, etwas Reis. Und ein Hotelangestellter erzählt uns, dass Kindernamen oft auf den Geburtsrang verweisen, vom Erstgeborenen - Wayan, Putu oder Gede - zum Viertgeborenen - Ketut. Es folgt der zweite, oder andere Erstgeborene - Wayan Balik etc.






caves

Tu Lan Höhle

23. - 27. Juni 2024, Phong Nha, Dong Hoi

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Millionen Jahre alte Höhlen, darunter Tu Lan ("Brust Zunge"). Zwischen Zelten im Dschungel bringt uns ein israelisches Pärchen Cabo bei.

Auffallend ist der Kult um den Oxalis-Unternehmer. Er schafft Arbeitsplätze in einer Region, die zwischen September und November bis zu 12 Meter unter Wasser steht. Daher auch die Tonnen unter den (im Notfall schwimmenden) Häusern.





cuchi

Der Eingang wurde für Show-Zwecke erweitert

22. Juni 2024, Cu Chi

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Die Tunnel und extravaganten Tortur-Fallen sind oft nicht älter als der Durchschnitts-Tourist am nahen Schießstand. Die Geräuschkulisse ist prägend und der Anblick der auf Panzern posierenden Tourist(inn)en etwas unappetitlich.








flowers

Vom Duft der Farben

08. - 11. Juni 2024, Chiang Mai

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Empfang am Flughafen mit dänischen Fähnchen. Wunderbar auch die Stimmung später im Dachpool des Astra Sky River, mit dem Blick auf die Lichter der Stadt: Das Jetzt und Hier, wir verdanken es uns gegenseitig.

An Farben mangelt es auch bei Regen nicht. Besonders toll: Ba Binh vom Warorot Markt zum Tee auf der Terasse des Kilim Cafés.





condao

Sonnenuntergang auf Con Dao

23. - 27. Mai 2024, Phu Quoc

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Den Geburtstag in kanadischer Begleitung auf Phu Quoc zu verbringen ist ein Geschenk. Bemerkenswerter als die Anreise ist aber das Desinteresse an einer Aussprache.

Ein einheimischer Foto-Hotspot ist auch Con Dao. Anfang Juni beobachteten wir drei Vietnamesinnen bei ihrer Fotosession am Strand. Sie knipsten entgegen dem Sonnenuntergang, in Richtung der grau aufziehenden Nacht. Nächstes Schmunzeln auf dem Markt: Unverhohlene Fliegenfallen, lebende Hunde und streunende Katzen inmitten der ausgelegten Ware.




sarawak

Zwei Malaysierinnen, ich und Congkak

14. - 21. Mai 2024, Sarawak, Borneo

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Borneo: Friede, wenige Touristen, Sonnenaufgänge am Strand von Pugu und - ein Tattoo!
Im Sarawak Cultural Village besorgte eine Frau aus Brunei Kekse, bevor sie sich zu uns setzte. Nach etwas Smalltalk über den königlichen nicht-mehr-Jungesellen gestikulierte sie wild los. Meine Freundin hatte Spielregeln verschwiegen - und mich knallhart abgezogen.

Besuch aus Kanada steht an. Das Leben: Einfach wild.




catthien

Highlight ohne highlight

05. Mai 2024, Cat Tien

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Der Bus von Nga Tu Ga ist auch LKW und Postauto. Das Backpacker's Hostel belegt Platz 2 von 4 auf Tripadvisor (die Smoothies sind gut). Den Schlüssel zum Schlafsaal fand man nicht. Ich war darin eh allein.
Eine Kollegin und ich wollten den Nationalpark sehen. Und einige Dorfbewohner uns Touris auf der Hostelterrasse. Zum Krokodil-See mit seinen foto-scheuen Bewohnern führt eine fast durchgehend asphaltierte Strecke, auf der oft (mittig) junge Vietnamesen sitzen, k.o., oder um ein Selfie auf den Betonplatten zu machen.




bunchay

bún chay: Immer, gern und viel!

29. April 2024, bún chay, Nguyễn Thị Minh Khai

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Beim Mittagessen steht Tantchen neben mir, zeigt Bilder ihrer Tochter (28, Studentin) in Schwerin.
Wir sind gleich alt! Skeptischer Blick. Wann ich geboren sei?
1995.
Dann sei ich 30 Jahre alt, denn ihre Tochter sei 1997 geboren. Und 28 Jahre alt. Damit schlurft sie zurück zu ihrer Freundin.

Sehr konservative Menschen rechnen in Mondjahren, sagt man mir später. Das heißt ab Jahresbeginn, inklusive Monate im Mutterbauch. Seit Februar bin ich also 30. Und morgen ist Tag der Wiedervereinigung [1975 fiel Sài Gòn in kommunistische Hände].





catch22

Von inneren Widersprüchen und Schachmatt

26. April 2024, Büro

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Catch 22: Gehen und Bleiben sind in Sài Gòn gleichermaßen unvorstellbar.
Im Kino: Mai, die ihr Leben und die Spielsucht des Vaters durch Prostitution finanziert und ihr Kind nicht bei sich haben darf. Einen jungen Casa Nova stoppt dessen reiche Mutter. Grotesk? Der Zwei-Arm-Spieler und eine Bekannte hatten angebandelt, plötzlich waren die Mütter im Park, dann keiner mehr. Und ein vietnamesischer Bekannter meinte, er schlafe nicht mit Vietnamesinnen, sie könnten "Kondome wohlhabender Männer aus dem Müll fischen".




trainstreet

Die Eisenbahnstraße

09. April 2024, nahe Hà Nội Flughafen

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Nach langer Busfahrt dachte der Fahrer an meinen Wunsch und hielt bei Nacht und Regen am Hotel an der Autobahn.

Abend am Ho Linh Quang See: Wasserspinat, Erinnerungen des Franzosen an frühere Leben. Generell wirkt Hà Nội weniger modern als Sài Gòn. So ästhetisch die erhaltene Kolonialarchitektur (wohl ähnlich Shanghai) und die Tempel sind, so sehr verlieren die schmalen Alleen an Charme, wenn sie zum Kreuzfeuer aus Mopeds werden. Umso angenehmer die kleinen grünen, verkehrsfreien Inseln mit Bänken und die Binnenseen der Stadt. Etwas ruhiger ist Tay Ho (-> Pomodoro, Balkon im zweiten Stock).




idyll

Hängende Gärten

07. April 2024, Giao Local Homestay, bei Sa Pa

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Donnerstagnacht, Flughafen Hà Nội. Einsames Warten auf den Nachtbus. In Sa Pa (Stadt im Nebel) stand ein Minivan bereit (diese Abläufe sind so grandios wie die Tatsache, dass es fünf Uhr morgens jemanden interessiert, wie man weiterkommt). Im Hotel: Ein belegtes Zweibettzimmer. Ein Deutscher. Natürlich.
Viele guides sind Hmong Frauen und Analphabetinnen. Sie heiraten und gebähren jung: Söhne bleiben bei den Eltern, Töchter ziehen zur Familie des Mannes. Physische Arbeit und Reiswein soll Geburten erträglicher machen.




fight

Von Davids und Goliaths

Irgendwo bei Sa Pa

Je länger ich fast erwartete, dass einer der Büffel den Jungen aus dem Weg stoßen würde, desto beruhigender war, dass das nicht geschah. Vielleicht sind diese Tiere wie das Leben: Kraft bietet Schutz.
Seit knapp 40 Jahren kommen Reisende in die Region. Die Affen verschwanden vom höchsten Berg Indochinas, Phan Xi Păng. In Ta Van, Lao Chai und Ha Giang sammeln sich Souvenir-Shops und homestays, die sich von den Häusern der Einwohner unterscheiden. Junge Backpacker reisen oft in erstaunlich geschlossenen Gruppen, in den Unterkünften wird zu Reiswein und Bier gedrängt.




khaokhad

Sonnenuntergang am Khao Khad Strand

31. März 2024, Baan Panwa Resort, Phuket

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Strände wie Korallen- und Quallenfriedhöfe. Auf die Frage, was besonders schön sei, antworten Einheimische, es sei "früher besser" gewesen. Vor Corona und dem Krieg in Europas Osten. Nett war das Hidden Forest Sanctuary. Nur Weibchen werden aufgenommen, Männchen sind natürlicherweise Besucher in den Herden. Neues Herdenmitglied ist Sook Jai (Herzensfreude).
Beim Spazieren kam mir ein älterer Herr mit Stöckchen entgegen. Ob ich mitkommen wolle? Er kenne die wilden Hunde. Er nahm mich im Auto mit, vorbei an einer Hotel-Baustelle. Kommentar dazu: "Ich dachte, das sei illegal".




1991

Dachterrasse mit Blick auf die Rosa Kirche

25. März 2024, Café 1991

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"Es ist einfacher zu gehen, als anzukommen", sagte ein vietnamesischer Bekannter. Momente wie dieser im Café sind wunderbar, das Leben in Sài Gòn zunehmend gewohnt und dennoch ist der visa run am Oster-Wochenende ein schöner Ausblick. Genauso, wie das Wiederkommen in dem Wissen, dass Routinen hier selten Langeweile bedeuten.

Eine französische Bekanntschaft zum Beispiel kann sich an ein früheres Leben als SS-Offizier erinnern.





cubs

Vietnam kann auch harmlos

20. März 2024, Büro

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Bún chạy-Verkäufer haben im Gegensatz zu denen mit bún chay kein vegetarisches Menü. Denn chạy bedeutet laufen, chay vegan, cháy Feuer, chày Schläger, chấy Kopflaus und chảy fließen oder schmelzen.

Ulkig auch der Zwei-Arm-Spieler, der Telegram-Romane über Sinuskurven (der Trick bei free-line) schreibt, sowie ein Franzose: Seit neun Jahren in Việt Nam, weder der Sprache mächtig, noch generell smart: Wäre er nicht verheiratet, müsste ich mich in Acht nehmen. (Obwohl westliche Frauen nur kuscheln und gemeinsam abendessen wollen. [sic.])




newcity

Mittag im März am Pool

08. März 2024, Fika Coffee

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Beim spontanen Kaffee mit einem Deutschen wurde klar, wie sehr das ungezwungene Miteinander zwischen Frauen und Männern oft fehlt. Offensives Verhalten, schamvolle Blicke. Oder der Zwei-Arm-Spieler (30), der kein Abendessen daheim für einen spontanen Kaffee absagt.

Kygo's Freeze vermittelt den Reiserausch: Frei von anhängenden Geschichten, immer wieder eine unbewertete Version von sich selbst sein, an einem Mittwochmittag im März am Pool in Sài Gòn liegen und den warmen Wind spüren... let me save this perfect memory.




greenery

Auch schön, aber in einem anderen Park

02. März 2024, Circle K an der Kathedrale

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Konfuzianistischer Realismus, wie in Rationalisierung? Unter Schmerz(mitteln) leitet ein Kollege private Frust-Mails an Studierende weiter. Schon länger gilt er als unhaltbar, wird wegen Personalmangel nicht gefeuert. [Er stirbt kurz darauf sang- und klanglos].
Anderes Thema: 80% bestimmen wir durch Handeln-, 20% bestimmen äußere Faktoren. Beispiel: Ein Badminton-Spieler abends im Park, mit Maske und zwei Schlägern. Ich wartete (zu lange) auf ein Zeichen, ihn anzusprechen. Er ging... machte kehrt, kam auf Rollern einem Spielerpaar vor mir zu nahe und zum Stehen. Morgen hier? Ja.




porto

Erster Eindruck

08. Februar - 18. Februar: Porto

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Tết-Ferien: visa run nach Porto. Johnny Depp kam nicht zum Flughafen und spät zum Treffpunkt. Naheliegend also der Gedanke, dass das eine ziemlich bescheuerte Idee sein könnte. War es nicht:
Sangria am Strand, in der geliehenen Jacke aus Vietnam, und zum Bersten gefüllt mit diesem unkontrollierbaren Trip-Lachen im Bauch, das sich seinen Weg in die Synapsen bahnt und wie Champagner durch die Blutbahnen des Gehirns perlt: Freiheit! Und im faden Abklang: Allein-Sein.

Etwas in mir löste sich. Auch der Schmerz im Herzmuskel.




oceanbay

Mange tak, rejse ven!

03. Februar 2024, Ocean Bay Resort, Phú Quốc

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Der kurze Aufenthalt wirkt noch auf der Insel surreal. Ein Moment wie eine Notiz von Herzen, die man unerwartet beim Blättern in einem Buch findet. Eine Erinnerung daran, dass Lebendigkeit viel mit Offenheit und Zuversicht zu tun hat. Oder anders: Vertrauen in die Hände, die einem gereicht werden. Eine wesentliche Lehre der Zeit in Việt Nam.
In den Worten einer Studentin: Ich interessiere mich für ein langes Leben, weil ich mehr Zeit damit verbringen möchte, seine Schönheit zu genießen.




slides

Verwilderte Rutschen im Hồ Thuỷ Tiên Park

29. Januar 2024, Alba Hotel, Huế

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Nordvietnam (Annam, aus der Sicht Pekings "befriedeter Süden") gehörte B.C. zu China. Im 18. Jh. mündete die Feudalherrschaft in Rebellion und Wiedervereinigung. Bis heute sind die Paracel- und Spratley Inseln, Hoàng Sa, Trường Sa, politisch kritisch. Anfang des 19. Jh. war Huế (Phú Xuân) Hauptstadt und Frankreich bis zur Niederlage in Dien Bien Phu 1954 Kolonialmacht in Indochina. 1945, 30 Jahre vor der Wiedervereinigung, rief Ho Chi Minh die Republik aus. Hà Nội wurde Hauptstadt, im Süden regierten die Katholiken Ngô und Diệm. 1968: Tet-Offensive in Huế.




dragon

Highlight des Hồ Thuỷ Tiên Parks

28. Januar 2024, Nano Eco Hostel

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Die Pagoden der Totenstadt [die Grabanlagen sind kaum 100 Jahre alt] waren in verschwiegenen Parks verstreut (...) getreue Repliken chinesischer Vorbilder. Nirgendwo wurde deutlicher, daß die Vietnamesen nur durch ein schieres Wunder an Widerstandskraft ihrer totalen Einverleibung in das Reich der Mitte widerstanden hatten. Schrift und Kultur Chinas hatten sie bereits übernommen, ehe die europäischen Missionare die Transkription der vietnamesischen Sprache ins lateinische Alphabet vornahmen.

(Aus Tod im Reisfeld: Scholl-Latour wurde seinerzeit von einem deutschen Arzt begleitet, gemeuchelt 1968 beim Massaker von Hue, vermutlich von unzufriedenen Studierenden.)




tet

Vorbereitung auf das Tết-Fest

21. Januar 2024, Marou, Calmette

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Jahr des Drachen: Die Geburtenzahlen dürften steigen. Daten sind wichtig. Die letzte ernste Partnerin des kritischen Amerikaners verließ ihn auf Rat einer Seherin. Nun wechseln die Damen an seiner Seite ständig. Ein Casanova mit fragiler Psyche und Faible für Europäerinnen (Zitat: Nicht so fett wie die Amerikanerinnen und nicht so eifersüchtig wie die Vietnamesinnen).

Beim letzten meet-up, später in einer Bar mit unverbesserlich lauter Musik, traf ich einen dänischen Digital-Nomaden. Eine unverhoffte Freundschaft.




ahnvien

Abwechslung zu New City

09. Januar 2024, Anh-Vien Swim Club

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Den Pool erreicht man per Bus. Quer durch die Stadt für wenige Cent, Ankunft eher als geplant (oder gar nicht), Halt nur, wenn ein Fahrgast zu alt zum Springen ist. Aber insgesamt sicherer als die Mopeds. Schürfwunden und Schlimmeres sind im Schulalltag normal, so eine Lehrerin.

Semesterbeginn. Hier am Pool alles cool. Generell aber Überstimulierung, Asthma, verklemmter Herzmuskel... Die Mutter einer Studentin bot Massage an. Oben ohne lag ich in meiner Wohnung zwischen den beiden und klopfte ich vor Schmerz fast ab.




bangkok

Blick von Centara Grand

28. Dezember 2023, Chu Coffee and Chocolate, Bangkok

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Wiedersehen mit Bangkok. Dieses Café, die vielen Condominiums, die IKEA Filiale und das Brautwarengeschäft in dem Eckgebäude bei On Nut, in dem wir oft Mittagessen waren, gab es damals nicht.
Im Vergleich mit Sài Gòn fallen die relative Ruhe und verlorener Charme auf: Man hat gelernt, Kunden von Gästen zu unterscheiden. In den Worten meiner Kollegin: Sài Gòn - vergleichbar mit Bangkok vor 25 Jahren.




maesariang

Mae Sariang, nahe des Goldenen Dreiecks

26. Dezember 2023, Mae Sariang Home

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Vollkorntoast und Banane aus dem 7/11: Zuletzt vor zehn Jahren! Dazu eine live-Gitarrenversion von Take me home, country road. Ein junger Mönch ließ mich trotz kurzer Hosen in den Wat Muentoom zu den leuchtenden Kerzen.
Die Weih-Nacht verging mit (Grippe und) einem Deutschen in einem Mehrbettzimmer in Nordthailand. (Der deutschen Omnipräsenz wegen sagt man wohl auch auf Englisch wanderlust. Eine Amerikanerin meinte, damit Heimatgefühl zu verbinden. An alle Amerikaner mit Heimweh: Gern geschehen.)




christmas

Frohe Weihnachten!

10. Dezember 2023, Uni, Raum A301

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Weihnachten im katholischen D7: Kamelattrappen vor einem Bild von Jerusalem Downtown, Kunststoff-Rentiere und Weihnachtspuppen. Ob die Laien-Fotographen die bunte Ansammlung von Klischees verstehen?
Tragischer absurd ist die Facebookgruppe Are we dating the same guy?. Für das erste Tinder-Match fragte der Algorithmus, ohne was ich nicht leben könne. Wasser. Grußlose Übermittlung. Wasser sei gut, sagte Johnny Depp, und: schneller Tinder-Erfolg wie das Finden einer Ölquelle in einem Feld so groß wie Argentinien.




safetyfirst

Verkehrssicherheit und andere Banalitäten

29. November 2023, Afrocado, 31 Đ. Tiên Hoàng

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Auf einem Zebrastreifen traf mich vor einigen Tagen frontal ein Moped. Polizei? Erinnert oft nur daran, dass es auf Recht oder Unrecht nicht ankommt. Ohnehin werden Vietnamesen eher als Ausländer und oft direkt aus der Geldbörse ausgenommen. Ein schweiz-kambodschanischer Bekannter sollte Herkunft und Größe der Wohnung angeben, hatte aber weder Papiere noch Bargeld bei sich. Überweisungen hinterlassen Spuren. Alternativ: Moped konfiszieren. Mit Geistesgegenwart erfragte er Namen und Dienstnummern der Beamten. Und ging unbehelligt.




balcony

Links hinten: Caravelle Hotel

20. November 2023, Lehrertag

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Gespräche mit Scholl-Latour auf der Terasse des Caravelle bleiben ein Traum. Vor vier Monaten standen wir an seinem Grab. Zu seiner Zeit lebten in Sài Gòn rund drei Millionen Menschen und das Land befand sich im dritten Besatzungskrieg in Folge. Ein deutscher Kollege kannte ihn, ist im Besitz seiner früheren Telefonnummer.

Beim Tantchen scheiterte ein weiterer Versuch, Trinkgeld unterzujubeln. Sie öffnete die Bargeld-Schublade, Zitat: Sehr viel. Merke: Mehr zu zahlen, in der Annahme, mehr zu haben, ist schwierig. Geber- und Gönner-Mentalität.




lovershouse

Haus des Liebhabers aus Nordchina (Duras)

12. November 2023, nahe Sa Đéc

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Losgelöstsein seit Malaysia: Freitagabend mit dem Schweizer im Taxi, das ein Freund organisiert hatte. Wohin war in meinem Zustand fast egal. Zu einem Busbahnhof, von dort zu der Familie des Freundes. Nüchtern verloren im Raum-Zeitgefüge. Ich könnte überall sein. Pugu Beach, zum Beispiel: Ein perfekter Moment, den ich nicht dauerhaft leben wollen würde. Die Frage ist: Wie sonst?

Unvorstellbar, dass in Europa Weihnachten bevorsteht.




borneo

Pugu Strand (wortwörtlich: Ein Traum!)

06. November 2023, Flieger "gen Heimat"

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Bei der Botschaft erkannte man mich wieder, Visum gegen Expresskosten. Bereits jetzt zerrinnt das Gefühl für das Erlebte wie Sand zwischen den Fingern: Kamelia Campsite, Pugu Beach, Wellenrauschen, herber Meeresduft, klare Farben, Urvertrauen, unverschlossene Autos. Kein anderer orang putih (Weißer) in Sicht. Auf der Suche nach Toiletten mit Kloschüsseln und Seife fühlte ich mich verloren mit Tendenz zu weltfremd. Irgendwann sah meine Begleiterin mich groß an: "Es hat mit dem Hocken zu tun?!". (Thron mit Licht- und Musikanlage - was auch immer Europäer unter "Toiletten" verstehen - tut in der Tat nicht Not.).




beryls

Ein kleines Stück Glück

03. November 2023, KL Flughafen

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Kuala Lumpur heißt Stadt im Schlamm. Zurecht. Jeden Nachmittag Platzregen. Bei der vietnamesischen Botschaft war nach 12 Uhr mittags niemand erreichbar (Freitag: "Viertel-Tag" in Malaysia). Kalt-nasse Füße, der Flughafen ist auf ein absurdes Minimum heruntergekühlt. Im Waschraum funktionierte die kontaktlose Spülung nicht. Der nur scheinbar unmissverständliche Hebel war ein Bidet. Positiv: Es gibt Schokolade.
Und: Die sehr unerfreuliche Lebensmittelvergiftung ist überstanden und hindert nicht am visa run.




pho

Schweinefüße zum Frühstück

30. Oktober 2023, Uni-Bibliothek

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In Việt Nam respektabel manövrieren bedeutet eigene Emotionen kontrollieren. Nicken und Lächeln, wie beim Besuch der ehemaligen Gastfamilie des Schweizers. Ein ehemaliger Häftling (Steuerhinterziehung, munkelt man) zeigte uns die Nachbarschaft und lud zum Kaffee ein. Stolz zeigte er den "modernen" Campus: Mehrstöckige Plattenbauten mit vergitterten Fenstern. Lächeln!
Wird das Essen fürsorglich fast bis an den Mund gereicht, schluckt der Freigeist wortwörtlich schwer. Es gilt, eine smarte Antwort auf die (nicht) harmlose Frage zu finden, ob es schmeckt, damit der Nachschlag ein Ende hat.




peace

Die Ruhe sollte man nutzen

29. Oktober 2023, Uni-Bibliothek

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Rücksichtnahme ist relativ: Der unsicher wartende oder paralysierte Tourist gilt hierzulande sicher als phlegmatischer Trottel. Ein Moment der Ruhe auf offener Straße, so übersichtlich wie hier, ist eine absolute Ausnahme.
Reiseführer empfehlen nicht mehr als zwei Tage in Sài Gòn. Das ist schade, das Kennenlernen mit der Stadt braucht Zeit. Man erfreut sich zum Beispiel der frei herumlaufenden Ratten erst, wenn man einmal das Leid der Tiere im hiesigen Zoo gesehen hat.




picnic

Gegen Mitternacht: Picknick vor der Kathedrale

28. Oktober 2023, Uni-Bibliothek

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Brennglas-Charakter: Nahaufnahmen Việt Nams sind oft ein flirrendes Gemenge aus Licht, Hitze und Farben. Der europäische Seelenfrieden mag Weitwinkel. Oder Abstand. Investoren wittern Aufschwung: Sie sind wohl so suspekt wie sie willkommen sind.
Sài Gòn's kolonialen Altbauten trotz touristischen Interesses wenig Bedeutung beizumessen mag verständlich sein. Aber stattdessen Bauruinen und westliche Ketten? Umso inspirierender der innovative Unternehmergeist vieler junger Menschen.




flashing

Wetterleuchten über Sài Gòn

21. Oktober 2023, hometown Coffee

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Frauentag, gestern, 17. Stockwerk von New City, Blick auf eine Chaussée Richtung Stadt, türkis schimmerndes Wasser im Pool, rosé-farbener Abendhimmel: Ein besonderer "Trip" und der erste Regenbogen meiner Zeit in Việt Nam.
In der Nacht zuvor saßen Johnny Depp aus dem Brick and Barrel und ich nach einem Abstecher zur Chill Saigon Skybar bei Regen und Wetterleuchten unter einem Dach, zwischen einem Banh Bao-Stand, einem vietnamesischen Pärchen und Frauen im geblümten Pyjama. Donnerstag zu Freitag: Ein Sprung zwischen Welten.




drive

Fahren nur für (angehende) Geübte

19. Oktober 2023, Raum A303, Landeskunde 1

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Erst Rückschnitt, dann neue Ernte: "Don't let banana fruit twice!" (aus Malaysia). Die Zeit ist erfüllter. Dank gilt nicht zuletzt einer Schweizer Bekanntschaft vom Campus. Ein desillusionierter Việt Nam-Rückkehrer.

Beim Philosophen-Treffen erzählte eine Vietnamesin, wie sie Mopedfahren lernte: aufsteigen, anlassen, losfahren. Fahrerlaubnis? Aber, man kann es doch dann schon?!
Er fahre, als wären alle betrunken, sagte ihr deutscher Bekannter. Auf Deutsch.




marblemountains

Blick auf die Marmorberge (Ngu Hanh Son)

01. Oktober 2023, Đà Nẵng

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Kim Son (Metall-), Moc Son (Holz-), Thuy Son (Wasser-), Hoa Son (Feuer-) und Tho Son (Erdberg) beherbergen Höhlen und Schreine. In einigen Mauern findet man Einschusslöcher: Geheimer Stützpunkt der Revolutionäre im ersten Indochinakrieg, im Vietnamkrieg Übungsplatz der südvietnamesischen Regierung und Krankenstation der Vietminh in den sechziger und siebziger Jahren.

Erfrischend anders als die google maps-, grab- und translate-Suchtis ist eine Schwedin, die von Japan bis Bali radelt und beim ersten Tinder-Date die Schwiegereltern kennenlernte.




hoian

Altes Fischerdorf Hội An

30. September 2023, Nalani Homestay, Hội An

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Narrenfreiheit auf dem Leih-Moped: Der mitreisende Jurastudent (berichtete, dass kürzlich die Todesstrafe über einen Deutsch-Vietnamesen verhängt worden war, der ein Kilo harter Drogen schmuggeln wollte) navigiert nur.
In der Tat zwei Narren, die sich nicht an der kaputten Tacho- und Tankanzeige störten. Und mit einem leeren Tank losfuhren. Mitternachts. Allein die Vorstellung, die xe Honda - der Markenname bezeichnet hier alle Mopeds - 15 Kilometer zum Hostel schieben zu müssen...




tinder

Die Frage nach erfüllten Beziehungen

29. September 2023, Highlands Coffee, Đà Nẵng

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19h30 Ortszeit, 34°C. Warten auf das Flughafen-Shuttle. Meine Begleitung erzählt von "guten" Tinder-Erfahrungen [Beziehung drei Wochen später, Single dreieinhalb Wochen später]. Viele vietnamesische Frauen (wollen Englisch lernen), wenige westliche Frauen. Tragisch: Die Betrugs- und Abtreibungsquote. Eine Kursteilnehmerin sprach von einem Mädchen, 18 Jahre alt, das auf Tinder einen Arzt aus einer anderen Stadt kennenlernte, der ihr "bei Geschäftsreisen" Geschenke machte, und sie dann abservierte. Dazu ein trauriges Kichern aus den Untiefen eines gebrochenen Herzens.




buulong

Buu Long Pagode (zweiter Versuch)

24. September 2023, Greenhouse

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Suche nach der Buu Long Pagode. Erster Versuch per Bus: Park, Beton-Gebäude, einsame Kaffeeverkäuferin. Vage Richtungsangaben, Regen. Der Weg beginnt und endet in Nichts und Schlamm. Marode Brücke, bellende Hunde, Loch im Zaun. Ein Mopedfahrer nimmt mich mit, spricht kaum Englisch, aber meint plötzlich, er sei Polizist. Panik, er hält, Gottseidank! Am Ausgangspunkt, an der Autobahn, fahren drei Busse und hunderte Mopeds an mir vorbei. Eine wartende Mopedfahrerin bedeutet mir, stehenzubleiben, ihre Freunde verstehen, ich werde mitgenommen. Glück im Unglück. Việt Nam.




hairbun

Frauen und ihre Stilblüten

20. September 2023, Greenhouse

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Philosophen-Treffen: Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Ein Teilnehmer erinnerte an Johnny Depp, einer fragte die anwesenden Vietnamesinnen, wie sie expats wahrnehmen. Der Organisator, deutscher Vegetarier, ist das wandelnde Klischee dessen, was er in Südostasien darstellt.
Ich erkenne vier Frauentypen in Việt Nam: Die Hausfrau im geblümten Pyjama; die Akademikerin (workaholic), deren Tochter mit forcierter Karriere und die Nicht-Akademikerin, deren Hoffnung der weiße Mann ist. "Fun" fact: Die einst chinesischen Zeichen in phụ nhữ, Frau, umfassen den Charakter trửu (schwingender Besen, Hausarbeit).




littlethings

Ein bisschen Liebe. Nehme ich!

06. September 2023, Uni-Bibliothek

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Nach dem Besuch einer Delegation aus Bonn galt die Aufmerksamkeit wieder den verblüffenden Landeskunde-Unterlagen meiner Vorgängerin. Darin die Frage: Wozu haben die Germanen die Limes gebaut? [sic] Um die Römer zu verhindern.
Zuvor im Sprachkurs ging es um Probleme in einer Partnerschaft. Auf die Frage, was eine gute Beziehung ausmache, antwortete eine Studentin, Treue sei das schönste Geschenk. Und die Realität nur so: Tse!




lavendar

Lavendar Resort

04. September 2023, Mushroom Homestay Đà Lạt

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Unabhängigkeitstag mit der Familie einer ehemaligen Kollegin im Anwesen ihrer Freunde. Die brachten es als lokale Kaviarpioniere zu Wohlstand. Mittlerweile ist das Geschäft mit den Fischeiern wohl in chinesicher Hand.
Viele Vietnamesen schätzen das milde Klima in Đà Lạt, um Wintermode zu tragen. Die Stadt ist als Klein-Paris bekannt, der französichen Architektur wegen. Oder, wie eine Studentin romantisch meinte, weil es kalt sei und wichtig, einander zu haben.
Im Bahnhof zeigt wohl mindestens eine Uhr auf ewig die Zeit an, zu der der Schweizer Dr. Yersin Đà Lạt entdeckte.




scenes

Vor den Kulissen bei Phan Tiết

27. August 2023, Tam Xuan Hotel, Đà Lạt

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Erkenntnisse der Reise von Meer und Wolken:
Ganesha - Elefantenkopf, da ihn Vater Shiva enthauptet und der Mutter eine Lösung versprochen hatte - reitet auf einer Maus und liebt Süßes. Nach einem Gelage treffen sie auf eine Schlange, Ganesha wird abgeworfen, sein Bauch explodiert. Der Mond lacht und entweicht, als Ganesha Elfenbein nach ihm wirft (-> Mondphasen). Für den Mond steht übrigens Shiva's linkes Auge. Schließt er auch das rechte Auge (Sonne), wenn seine Frau ihn streichelt, wird es dunkel. Mit dem dritten Auge ward wieder Licht!




allshow

Hinter den Kulissen

24. August 2023, Ninh Chu 2 Hotel, Phan Rang

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Das Schicksal kann sicher herzlich darüber lachen, mich an einem absurd warmen Ort ins kalte Wasser zu werfen: Die Verständnislücken zwischen den wenigen Textnachrichten aus Kanada füllt der Verstand mit Kopfkino. Egozentrisches Geringe mit seinem schlechten Gewissen während des Telefongsprächs zu unserem sechsten Jahrestag. Er erzählte von ihren intensiven Empfindungen. Allerdings wolle sie eventuell nicht in Kanada bleiben und auch nicht unbedingt Kinder. Daher hätte er "keinen Grund, unsere Beziehung riskieren zu wollen".




banglang

Hoa bằng lăng

Ninh Chu 2 Hotel, Phan Rang

Von der Kräuselmyrte, hoa bằng lăng, handelt ein Gedicht, das einer der frühen Weinbauern Việt Nams (Ba Moi) heute rezitierte. Weniger charmant verhält es sich mit der Betelpflanze: Ein Bruder küsst die Frau des Anderen, aus Scham rennen sie davon. Nach langer Suche verwandelt sich der Gehörnte in einen Baum und seine Frau in die Schlingpflanze Betel, die sich auf ewig um ihren Ehemann windet. Der Dritte im Bunde wurde zum Stein. Manche Schwiegereltern schenken bis heute Betel zur Hochzeit, symbolisch für langanhaltende Liebe. Oder eine Erinnerung daran, den Geliebten in ewiger Umklammerung zu halten.




pool

Ort des Friedens: Yet Kieu Bad

17. August 2023, Uni-Bibliothek

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Vor wenigen Tagen trat die Veränderung ein: Zeit und Raum können so unverbindlich wie Beziehungen sein. Es bleiben Brechreiz und unsagbare Verlustangst.

Meaningful discussion, konkret The art of letting go, bietet sich an: Ein Isländer erzählt von einer Ex, die verflossene Lieben mental mit dem Säbel enthauptete (wohl eine griechische Legende), eine Französin lud zu Charleston ein.
Be who you are and say what you mean, because those who mind don't matter and those who matter don't mind. las ich kürzlich. Veto. Brutale Ehrlichkeit wiegt keinen Schmerz auf.




muine

i home backpacker resort

13. August 2023, Abfahrt aus Mũi Né

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Spannung bei der Heimreise: Eher als (nicht) erwartet ein Anruf, dass der Bus in zehn Minuten da sei. Also dort, wo man glaubt, abgesetzt worden zu sein. Eine Malaysierin begleitet mich und erzählt von der Sucht, die sie seit einem Jahr kontrollieren kann. Ehemalige Eventmanagerin einer Hotelkette, betrogen von ihrem Verlobten. Der hatte die Betreffende geschwängert. Aber warum deswegen die Hochzeit absagen, denn "er liebe sie ja"?

Später im Bus: Ein deutscher Schauspieler steigt zu, dessen langjährige Freundin die Reise nicht mit ihm angetreten war.




rushhour

Feierabendverkehr auf dem Bürgersteig

11. August 2023, Reisebüro Hanh Café

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Freitag, 23 Uhr. Kurz vor Abfahrt nach Mui Ne tauchten ein dicker Polizist, sein Kollege und viele Dokumente auf. Der Bus fuhr Runden um den Block. Stichwort: Schutzgelderpressung bei Laden- und Restaurantbesitzern. (Dubios auch die Banken: Erst der vierte Automat erbarmte sich meiner europäischen Kreditkarte.)
Innerlich herrscht ein Gefühl von Veränderung über den bloßen Ortswechsel hinaus. Meine Wirklichkeit ist um tausende Kilometer und viele Stunden zu der meiner Familie und jener meines Freundes verschoben.




lunch

Mittagessen vor den Toren der Uni

07. August 2023, 16h30, Uni-Bibliothek (USSH)

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Sprachkurs, Tag zwei. Betonung lehrt cô Hương konsequent im Befehlston: "Runter!", "Hoch!", "Frage?!", "Nochmal!".

Einen heiteren Vorgeschmack auf Sài Gòn vermittelte im Juli das Personal der Botschaft der Sozialistischen Republik Việt Nam in Berlin: Visumspreis und Wechselgeld - man zahlt bar - scheinen verhandelbar (gute Idee). Gerichtliche Beglaubigungen fehlen. Für die Legalisierung bereits beglaubigter Dokumente. Wo man die kurz vor Abflug auftreiben soll? Schulterzucken, Der Nächste, bitte!



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